NDR Reportage: Angeln – Hobby mit Widerhaken

September 12, 2013 in Allgemein, Fänge, Fischverwertung, Rezension / Buchbesprechung

Am 9.9.2013 wurde im NDR eine Reportage ausgestrahlt, die ich euch gerne ans Herz legen möchte.
Jeder, der dem Hobby Angeln nachgeht hat eine bestimmte Haltung zu Thema „Haben Fische Schmerzen?“ – der eine mehr, der andere weniger. Ich denke jeder muss selbst wissen wie er mit der Frage umgeht.

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Beschreibung:
Vom Jagdtrieb der Angler lebt eine ganze Industrie. Nach seriösen Schätzungen gehen drei bis vier Millionen Deutsche angeln. 52.000 Arbeitsplätze hängen vom Angelsport ab. Das sind mehr Jobs als in der gesamten deutschen Berufsfischerei. Die Industrie wirft jedes Jahr neue Produkte auf den Markt. Rollen, Ruten, ständig neue Köder. Beim Geschäft mit der Angelei geht es um Milliarden.

Quelle: www.ndr.de

Ich schließe mich dem Autor an, der übrigens selbst Angeler ist, und sage: Selbst wenn Fische keine Schmerzen haben, so gehe ich mit jedem gefangenem Fisch so um als hätte er welche. Kurzum, ich versuche den Drill, die Landung und auch die Versorgung nach dem Landen so kurz und schmerzlos zu gestalten wie es mir möglich ist.

Catch-and-Release Angeln just-for-fun ist und bleibt für mich ein No-Go und dabei ist es mir ziemlich egal ob gesetzlich erlaubt oder nicht. Es mag andere Philosophien und Ansätze zu dem Thema geben aber meine Haltung ist. Angeln zum Nahrungserwerb. Dass jedem Angler bei einem guten Biss warm ums Herz wird kann Keiner Leugnen –  dass man aus reinem Vergnügen Fische fängt und damit unnötig quält geht für mich nicht klar.

Mal abgesehen davon, dass es tatsächlich Menschen gibt, die im Winter bei Minus 10° C einen Fisch bei lebendigem Leibe zwecks Foto erfrieren lassen und den Eisklumpen dann tatsächlich mit den Worten „Der wird schon wieder“ zurücksetzen in ihr Element entlassen …

 

 

NDR Reportage: Angeln – Hobby mit Widerhaken

5 Kommentare

    1. Marc sagt:

      Ich habe die Doku auch gesehen und kann mich mit dem Statement des Autors ebenfalls anschließen. Angeln zum reinen Vergnügen und ohne Respekt vor dem Tier finde ich wirklich daneben. Umso unverständlicher ist es mir, dass sich offensichtlich so viele Angler über diese Doku aufgeregt haben und meinen, dass sie alle Angler in den Dreck zieht. Das habe ich in dem Film persönlich nicht gesehen. Ich denke wenn man das Angeln nicht so betreibt wie die gezeigten Herren am „Angelpuff“, braucht man sich auch nicht angegriffen fühlen. Vielmehr sollte man sich doch zum Nachdenken über das eigene Hobby angeregt fühlen. Die Doku hat glaube ich nicht die Absicht, dass man das Angeln aufhört, sondern lediglich darüber nachdenkt, wie man es betreibt. Schade finde ich z.B. das Statement von Matze Koch über FB zu dem Filmchen. Ich fand ihn sonst immer ganz sympathisch, aber sein Ansehen hat durch seine Aussagen bei mir doch etwas gelitten…

    2. ansBAND sagt:

      Hi Marc,
      ich sehe das im Prinzip genauso. Zugegeben finde ich die Berichterstattung etwas festgefahren aber ich kann die allgemeine Aufregung ebenso wenig verstehen. Immerhin zeigt doch der Beitrag, dass es genug Angler gibt, denen ihr unrechtmäßiges Handeln gar nicht bewusst zu sein scheint.
      Klar hält es jeder am Wasser so wie er meint und auch ich setze Fische zurück, die ich nicht verwerten kann aber ich angel auch nicht wissender Weise so, dass ich vorsätzlich Fische zum Releasen fange – und ich kann das auch nicht mit meinem gesunden Naturverstand vereinen aber das soll jeder Angler selbst entscheiden.
      Im Beitrag ging es ja im Kern um die Frage ob Fische Schmerzen haben … und nicht ob man Tiere mit Schmerzempfinden nicht töten oder verzehren darf. Ob christliches Weltbild hin oder her – man soll Tiere nicht unnötig quälen, genau wie jedes andere Lebewesen und wenn man es tut, muss man selbst damit klarkommen.
      Jeder Ansitzangler, der einen Wurm an den Haken hängt merkt schnell, dass dieser das gar nicht lustig oder angenehm empfindet … ich gehe also davon aus, dass jeder Carnivore ein bißchen Schmerz und Leid in Kauf nimmt, um Fleisch zu essen ja – aber nicht um des reinen Spaßes Willen. Auch dazu steht der Mensch über der Natur, um sich zu besinnen und vernünftig mit ihr umzugehen.
      Genauso wenig wie die Mehrheit der Menschen gerade das nicht auf dem Schirm hat, genauso wenig werden es halt alle Angelkollegen haben.

      Zu Matzes Statement „Ob Fische leiden, wie sie leiden, ob sie eine Art Schmerz empfinden ist für den, der den Fisch essen will, zweitrangig, denn man will ihn töten und verwerten. Vorrangig sollte nur sein, dass man die Kreatur respektvoll behandelt, indem man diese Phasen so kurz wie möglich hält, und die ist beim Angler immer kürzer als bei jeder Art der Berufsfischerei.“ kann ich nur sagen:
      Sorry aber genau diesem Ansatz widerspricht die Catch and Release Angelei. Respekt ja – mag sein, dass es manche auch übertreiben in Sachen Karpfenmord – aber der respektvolle Umgang fängt meiner Meinung nach schon ein Stückchen vorher an. Ich mag Matzes Berichte von Anfang an und auch seinen Umgang mit den Fischen im Allgemeinen kann ich nur loben!
      Dass Berufsfischerei und Massentierhaltung gleichermaßen grausam sind und dass sich das auch in der Qualität des Fleisches wiederfindet ist jedem, der diesen Blog liest klar.
      Ich finde nur den Verleich überflüssig, denn es ging ja im Beitrag nicht um eine Neuauflage von „Tiere essen“.

      Ich möchte nochmal sagen, dass auch wenn ich selbst nicht viel vom Spaßangeln halte, ich trotzdem alle Angler akzeptiere in soweit sie respektvoll mit der Natur umgehen und nicht mehr als nötig strapazieren.
      Deshalb sind meine Fischfangbilder auch ausschließlich Aufnahmen von bereits abgeschlagenen Tieren oder Aufnahmen während des Drills bzw. Landens.
      Wer bei mir einen gefangenen Fisch lebend fotografieren oder anschauen will muss schnell sein.

      Petri Heil und just for Fang?!

    3. Marcus Lammerskötter sagt:

      Hallo liebe Leute,
      ich weiß, das ich ein späten Komentar hinterlasse, aber besser als nie!!!!
      Wir müssen uns doch alle im klaren sein, dass wir Angler endlich an einen Strang ziehen müssen!!!! Selbstverständlich ist catch and realease für unsere Fischbestände absolut notwendig, dass sollte uns allen doch klar sein!
      Wer gut informiert ist, weiss wie reproduktiv grose Fische sein können. Jeder selbst sollte in der Lage sein zu entscheiden, ob ein Fisch realeast werden kann.

    4. Marcus Lammerskötter sagt:

      Hinzufügen will ich, das um uns herrum das realeasen teils erlaubt, oder sogar Pflicht ist. Dr. Robert Alinghaus hatte z.B.eine super Idee mit dem Küchenfenster, in welchem nur Fische die nicht zu klein, aber auch nicht zu gross sein dürfen.
      zwischen diesen festgesetzten grssen, darf man Fisch entnehmen.
      Den Beitrag “ Angeln mit Wiederhaken“ finde ich ursprünglich ja gut, aber der Ruf des Anglers wird devenitiv nicht verbessert. Absolut daneben möchte ich sagen! Alle die diesen Film gesehen haben, von uns Anglern aber wenig wissen, bekamen einen bleibenden sehr schlechten Eindruck von uns! Apropros ist es nicht besser auf Fischarten zu beangeln, die nicht schlucken anstatt vorm aussterben bedrohte Arten wie den Aal zu jagen. Nein, so darf ich nämlich auch nicht reden, weil wir Angler (Raubfischrjäger und Friedfischjünger) auf einem Boot schimmen, und uns gegenseitig den Rücken stärken müssen.
      So long Marcus L.

    5. Niklas sagt:

      Ich kann mich dem Autor nur anschließen! Aus meiner Sicht müssen einheitliche Regeln her und das ggf. sogar auf EU-Ebene. Jeder Angler sollte zudem auch ein gewisses Gespür dafür aufbringen was er da macht und da kann man nur an jeden einzelnen Angler appelieren, dass er sich vernünftig verhält.

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