Frühjahrsangeln an der Diemel

April 5, 2011 in Gastangeln, Gastangeln Diemel, Impressionen, Montagen

An meinem Heimatgewässer, der Diemel bei Warburg, angele ich jetzt das dritte Jahr. Am 18. März war es endlich soweit. Mein persönliches Anangeln zum Sonnenuntergang.

Ich packe ein paar meiner Angelbrocken ein und fahre zu dem Flüsschen, dass ca. 3-10 Fahrminuten von mir zuhause entfernt liegt und lasse einen aufregenden Tag im Leben der Selbstständkeit zurück um selbst zu werden …
… das wird kein esoterischer Exkurs wohl aber der Hinweis, dass ich die Angelei als eine Art meditative Komponente in meinem Leben sehe.

Im Moment kann man noch relativ frei angeln – kein Uferbewuchs und auch die Pflanzen unter Wasser lassen dem frühen Angler an der Diemel viele Freiheiten der Köderpräsentation und Platzwahl. Das sieht schon bald ganz anders aus.

Hier zu sehen einer der ruhigsten Bereiche der Diemel.
Der eigentlich als Äschenregion bekannte Flußabschnitt bei Warburg beherbergt aus Anglersicht bis auf weiteres hauptsächlich Bachforellen, Regenbogenforellen, Aale und vereinzelt Weißfischarten wie etwa Rotauge, Döbel und Co. Die Äschen der Region sind für mehrere Jahre ganzjährig geschont.

Da sich der Angelverein Warburg intensiv um einen natürlichen Besatz und fischgerechte Umbauten der Wasserführungsanlagen und Uferbeschaffenheit kümmert, kann man für die Zukunft gute Voraussetzungen für einen ökologisch „gesundes“ Ökosystem Diemel bei Warburg hoffen – wohlwissend, dass ohne Einsatz und Mitwirken der übrigen an der Diemel angrenzenden Gemeinden und Vereine auch dies nicht nachhaltig sein kann.

Aus meiner Sicht gestaltet sich die Natur um und in der Diemel bei Warburg vielseitig, artenreich und naturnah, vorallem stadtauswärts Richtung Haueda.

Gefischt wird bei abendlich hoher Wassertemperatur von 7° C und Lufttemperaturen zwischen 6° und 9° C mit einfachen Montagen und Rute, da ich vor Allem die Stimmung am Wasser genießen will und nicht in sonderlich sportlicher Mission unterwegs bin.

 

Ich fische mit einer längeren Steckrute für weiter entfernte Angelplätze und einer kurzen Steckrute, 210 cm Einhandbarschrute – die kann ich flexibel einsetzen. Als Grundrute, Spinnrute oder Posenrute findet eine kurze Rute ihren Einsatzmöglichkeiten fast überall.

Grundmontagen biete ich auf einfache Weise mit einer Bebleiung zwischen 5 und 20 g an – je nach Strömungsbereich. Fast strömungslose Bereiche und Stellen mit starker, rauher Strömung und Tiefenbereiche von 20-200 cm sind hier möglich.

 

 

 

 

 

 

Als Köder auf Forelle funktioniert in dem Fall eigentlich immer Wurm (Tauwurm, Dendrobena, Rotwurm …) aber auch Maden, Bienenmaden oder andere Köder können zu bestimmten Jahreszeiten / Tagen den gewünschten Fisch ans Band bringen.

Bündel Rotwürmer an einem 6er Haken.

Die Ruten lege ich meist mit geöffnetem Rollenbügel ab und befestige die Schnur mit einem einfachen Küchengummi am Rutenblank – das hält die Schnur bei Strömung und Wind aber lässt sich bei Schnurzug leicht lösen – der Fisch kann erst einmal Schnur nehmen.

Als Beschwerung kann ein Stock, ein im Fachhandel zu bekommender Swinger oder Affenkletterer oder eine Glocke in die Schnur gehangen werden. Ein Bissanzeiger veredelt die Nummer, eine Glocke oder ein wachsames Auge tut es aber durchaus auch.

 

 

Hier kann man noch gut die Wasserstände des letzten Hochwassers im Januar diesen Jahres erkennen. Teilweise sieht man Rückstände bis zu knapp 2 m in den Bäumen hängen.

Ich beobachte die Vögel wie sie sich das Zeug für den Nestbau sammeln …

Ich sehe Weißfische an der Oberfläche, hier und da springen ein paar kleine Forellen nach den kleinen Fledermäusen, die hier immer anzutreffen sind – die sind doch größenwahnsinnig denke ich mir… dann beisst der erste Fisch …

 

 

 

 

 

Fast immer und überall zu beobachten sind Ratten, die auf- oder abtauchen, um zu ihren Behausungen zu gelangen oder sich vor einem Angler zu verstecken.

Auch Reiher, Wacholderdrosseln, Eisvögel, Buntspechte uvm. kann man hier das ein oder andere Stündchen an der Diemel erleben.

 

 

 

 

 

 

 

Eine zweite Montage wird gestellt …
es beisst der zweite Fisch … Einfache, schlanke Pose mit 5-6 g.

Diese lässt sich wenn nötig auf die gegenüberliegende Seite befördern und hält den meisten Strömungsabschnitten Stand.

Ich benutze als Bebleiung ein einfaches Wettkampfblei, das auf der Schnur läuft in Kombination mit einer Laufpose.

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Falle ziehe ich drei Maden auf einen 10er Haken und setze auf das Vorfach ein paar Schrotbleie, um das Vorfach in leichter Strömung auf gewünschter Wasserhöhe zu halten.

Das Ganze biete ich kurz über dem Grund an und lasse die Pose über verdächtige Stellen laufen.

Kurze Zeit später – nach meinem dritten Fisch entscheide ich, dass der Angeltag für mich erfolgreich beendet werden kann.

 

 

 

 

 

 

Heute geben mir drei schöne Forellen an diesem Tag Recht und runden die vielseitigen Stunden mit einer schönen Mahlzeit ab. Ich habe drei Bachforellen mit 36 und 2x 31 cm ans Band bekommen und bin mehr als zufrieden mit meinem Angelstart.

Bis bald …

Frühjahrsangeln an der Diemel

2 Kommentare

    1. Andi sagt:

      Super Beitrag und vorallem 3 wunderschöne Bachforellen.

      Ich finde es gut, dass du bei der Grundmontage auf die Swinger eingehst. Habe früher immer ohne geangelt und mag gar nicht daran denken wieviele Bisse mir bei einem längeren Ansitz entgangen sind!

      Schöne Grüße!

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